Teillohnmodell heisst das Projekt, das die Stadtberner Wirtschaftsverbände und das Sozialamt entwickelt haben. Ziel ist, Sozialhilfebezüger wieder in den ersten Arbeitsmarkt zu integrieren. Wirtschaft und Verwaltung werden zu diesem Zweck eine Stellenvermittlungsfirma aufbauen. Anvisierte Branchen sind etwa das Autogewerbe, der Bau, der Detailhandel, die Pflege und die Reinigung. Entlöhnt wird dabei nur die effektiv erbrachte Leistung des Arbeitslosen. Und weil diese Löhne nicht existenzsichernd sind, soll das Sozialamt den Differenzbetrag zum Existenzminimum ergänzen. Sozialhilfebeziehende werden in arbeitsfähig und nicht arbeitsfähig eingeteilt. Eine Umteilung zu erwirken, ist für die Betroffenen nahezu unmöglich. Wer als arbeitsfähig gilt, wird gezwungen, den Job anzunehmen, der ihm angeboten wird. Selbstbestimmungsrecht und eine minimale Berufswürde werden damit verletzt. Leistungen, welche aus Eigeninitiative für die Gesellschaft erbracht werden, die Fähigkeit, sich selbst Alltagsstrukturen zu geben und als Arbeitsloser seine Zeit sinnstiftend zu nutzen, werden nicht anerkannt. Das Projekt ignoriert die Individuellen Interessen der Teilnehmer: Aussicht auf bessere Qualität der Wiederbeschäftigung (nach der Massnahme) ist nicht gegeben. Warum führt man Arbeitslose unter anderem ausgerechnet der Reinigungsbranche zu, wo die Konkurrenz schon gross genug ist? Es ist genau die Branche, in welcher zuallererst und sogar durch die seco-finanzierte Arbeitsmarktforschung nachgewiesen wurde, dass die AVIG-Massnahmen Lohndumping und Prekarisierung auslösen. Es besteht die Gefahr, dass normale Arbeitsstellen durch Teillohnstellen ersetzt werden. Eine sichere Kontrolle, ob eine normale Stelle nicht früher im Hinblick auf die Schaffung einer Billigstelle gestrichen wurde oder danach gestrichen wird, ist kaum möglich. Das Projekt Teillohnstellen dient nicht dem Gemeinwohl: Den Nutzen haben Besserverdienende, die z.B. gerne eine günstige Reinigungskraft hätten. …mehr


Internetcafé Power-Point Bern

Das Internetcafé Power-Point an der Monbijoustrasse 16 (1. UG.), wenige Gehminuten vom Hauptbahnhof Bern, bietet Arbeitslosen und Armutsbetroffenen kostenlosen Zugang zum Netz. Montag geschlossen. Dienstag bis Freitag: 10-17 Uhr. Samstag: 11-15 Uhr.

Weitere Infos: kabba.ch


Zwei Artikel von Lenin über Klassenkämpfe in der Schweiz vor 100 Jahren

Bereits vor dem Ersten Weltkrieg, bei dessen Ausbruch 1914 die opportunistische II. Internationale sich demaskierte und zusammenbrach, spielte der Opportunismus sein Unwesen und wurde von den klassenbewussten Arbeitern scharf bekämpft. In der Prawda Nr. 63 erschien im Juli 1912 Lenins Artikel “IN DER SCHWEIZ”. Darin berichtet er über den Generalstreik in Zürich vom 12. Juli 1912. Ein weiterer Artikel unter demselben Titel wurde in der Ausgabe Nr. 105 veröffentlicht. Beide Berichte Lenins von den Klassenkämpfen unserer Vorfahren vor 100 Jahren werfen ein Licht auf die Bedeutung, die hierzulande der Kampf gegen den Opportunismus schon damals erreicht hatte. …mehr



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Andere Schweiz? Möglich? Ja, auf dem Weg des Kampfes!


Siehe auch Beiträge zur Schweiz unter anderen Rubriken wie:


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