Reformistische Parteien aus dem Globalen Süden emanzipieren sich von der Euro-Sozialdemokratie
Sozialisten aus dem globalen Süden wollen sich nicht mehr länger von der eurozentrischen und kriegstreiberischen Sozialdemokratie bevormunden lassen. Sie versammelten sich in Moskau und gründeten ein neues Netzwerk im Zeichen des Multipolarismus. Die Kommunistische Partei (Schweiz) war als Dialog-Partner eingeladen. Die KP hat nach mehr als vier Jahren Krieg und zunehmenden internationalen Spannungen erneut die Notwendigkeit einer Deeskalation, Diplomatie und einer Rückkehr zu einer auf Neutralität, Zusammenarbeit und Frieden basierenden Aussenpolitik betont.
pc. Innerhalb der Sozialistischen Internationale (SI) und ihrer eurozentristischen Abspaltung Progressive Allianz (der beispielsweise die Sozialdemokratische Partei der Schweiz angehört) tobt ein Streit: Die unverhohlen atlantische, russophobe und kriegstreiberische Linie, die für eine militärische Eskalation plädiert und die politische Debatte seit mindestens 2022 in zunehmend intoleranter Weise dominiert, überzeugt viele Mitgliedparteien der SI im Globalen Süden überhaupt nicht. So trafen sie sich vom 25. bis 29. April 2026 in Moskau, um das Internationale Netzwerk der Linken für den Sozialismus des 21. Jahrhunderts (Sovintern) zu gründen.
Es handelt sich dabei also um ein internationales Bündnis sozialistischer, sozialdemokratischer und reformorientierter Linksparteien, die die offenkundig proimperialistische Haltung der europäischen Sozialdemokraten ablehnen, welche – was erschwerend hinzukommt – angesichts zionistischer Verbrechen auch noch Ambivalenz an den Tag legen. Rund 200 Organisationen aus über 60 Ländern haben ihr Engagement für den Aufbau einer multipolaren Welt bekräftigt und lehnen das rücksichtslose Wettrüsten der EU, die Osterweiterung der NATO, die einseitigen Sanktionen gegen Russland und ganz allgemein das Klima der Einschränkung demokratischer Freiheiten und der Meinungsfreiheit im Westen ab (wo Filme und Künstler aufgrund ihrer Herkunft zensiert werden, wo wieder Schwarze Listen auftauchen, wo sowjetische antifaschistische Symbole verboten sind und wo sogar Wahlen infrage gestellt werden).
Auf dem Kongress der Sovintern waren Regierungs- und Oppositionsorganisationen vertreten, von denen einige breite Unterstützung in der Bevölkerung geniessen und Protagonisten des demokratischen Lebens ihrer jeweiligen Länder sind, wie beispielsweise die Bewegung der Sozialisten Serbiens, die Partei des Fortschritts und Sozialismus Marokkos, die Partei der Sozialisten Moldaus, die Vereinigte Sozialistische Partei Venezuelas, der Afrikanische Nationalkongress Südafrikas, die Sozialistische Partei Russlands «Gerechtes Russland», die Sandinistische Nationale Befreiungsfront Nicaraguas, die Nationale Befreiungsfront Farabundo Martís in El Salvador, die Nationale Erneuerungsbewegung Mexikos, die Union der Demokratischen Sozialisten des Kongo, die Partei für Soziale Erneuerung Kameruns, die Sozialistische Partei Ecuadors, der Alternative Demokratische Pol Kolumbiens, die Senegalesische Unabhängigkeits- und Arbeiterpartei, die Ägyptische Sozialistische Volksallianz, die Partei für Soziale Gerechtigkeit der Dominikanischen Republik, die Patriotische Partei der Türkei, die Arbeiter- und Bauernpartei Pakistans, die Argentinischen Peronisten der Liga für Soziale Gerechtigkeit usw.
Beim gemeinsamen Singen der Internationale.
Diese Parteien streben eine stärkere Organisation ihrer Zusammenarbeit an, um sich von der eurozentrischen Sozialdemokratie zu emanzipieren, die sich den Vorgaben der EU und der NATO unterordnet. Um den Dialog zwischen den verschiedenen Strömungen der Linken zu fördern, die Krieg und Konflikte mit aufstrebenden Nationen vermeiden wollen, wurden auch Vertreter traditionell kommunistischer Gruppen eingeladen: Neben der Kommunistischen Partei (Schweiz) – die als Beobachter durch den politischen Sekretär Massimiliano Ay und den Präsidenten der Kontrollkommission, Davide Rossi, vertreten war – nahmen die Kommunistische Partei Kubas mit einer Delegation unter der Leitung von Fidel Castro Smirnov, die Workers Party Grossbritanniens (eine linke Abspaltung der Labourpartei) unter der Führung des ehemaligen Abgeordneten George Galloway, die Kommunistische Partei Argentiniens unter der Leitung von Generalsekretär Jorge Kreyness, die Neue Kommunistische Partei Jugoslawiens unter der Leitung von Exekutivsekretär Alexander Denic usw. teil. Dies zeigt, dass ein Dialog zwischen den verschiedenen Strömungen der Linken möglich ist.
Der entscheidende politische Faktor ist jedoch ein anderer: der Widerspruch zur europäischen Sozialdemokratie, die dem intolerantesten Imperialismus vollständig verfallen ist und sich zur Hauptfigur einer Politik entwickelt hat, die einizig auf ein liberales und atlantisches Denken ausgerichtet ist. Es hat sich klar gezeigt, dass sie nicht alle Reformisten im Rest der Welt repräsentiert.
Die KP (Schweiz) wurde beauftragt, die Zukunft der Schweizer Neutralität sowie die geopolitischen und wirtschaftlichen Entwicklungen in Mitteleuropa zu bewerten. Nur eine militärisch neutrale Schweiz, die nicht der NATO angehört, kann einen Dialog mit Russland und den aufstrebenden Staaten anzielen, und wir Kommunisten arbeiten konsequent und beharrlich darauf hin: Die Sanktionen wirken wie ein Bumerang, und nach vier Jahren Krieg ist dies für alle offensichtlich! Wir brauchen endlich Deeskalation, nicht ständiges Schüren der Flammen!
Runder Tisch mit Jackson Hinkle (USA), George Galloway (GB) usw.
Unser Aufenthalt in Moskau bot uns auch die Gelegenheit, uns mit den Leitern der Internationalen Abteilung des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei der Russischen Föderation (KPRF), die national 20 Prozent der Stimmen hält, zu einem privaten Gespräch in ihren Büros zu treffen. Zwischen dem Politischen Sekretär, Genosse Massimiliano Ay, und dem Leiter der internationalen Beziehungen des KPRF-Zentralkomitees, Genosse Mars Zabirow, herrschte eine bemerkenswerte Harmonie. Die beiden hatten sich seit 2011 nicht mehr persönlich getroffen, und das offene Gespräch festigte die ausgezeichnete Freundschaft zwischen den beiden Organisationen.
Der Text ist zuerst am 25. Mai 2026 auf der Seite des Partito comunista erschienen. Übersetzt mit Hilfe maschineller Tools.