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Die Legalität in die Granitwerke zurückbringen. Die Steinmetze müssen vom GAV geschützt werden und das Streikrecht geniessen!


Pressemitteilung der Kommunistischen Partei der Italienischen Schweiz, vom 10. Juli 2014:


10. Juli 2014

Die Kommunistische Partei war eine der ersten politischen Kräfte, welche den Bruch des Gesamtarbeitsvertrags (GAV) im Sektor der Granitgewinnung verurteilte. Die Associazione Industrie dei Graniti, Marmi e Pietre Naturali hatte tatsächlich die Gewerkschaften am 29. November 2011 über ihren einseitigen Entscheid informiert, der dann im 2012 Realität wurde.

Die Kommunistische Partei verurteilte die sozial unverantwortliche Haltung der Industrien des Sektors und verlangte in einer öffentlichen Erklärung vom Dezember 2011 als dringliche und kurzfristige Massnahme, dass der Kanton Stellung beziehe und in jedem Berufszweig kollektive Verhandlungen mit Verbindlichkeitsklauseln und allgemeinem Obligatorium vorschreibe. Was natürliche nicht stattgefunden hat. In der Folge forderten wir, dass die Gesetzesvorschriften, die heute nur den Patrons dienen, nach den Standards des für die Arbeiter günstigsten GAV auf den Stand gebracht werden. Auch dieser Vorschlag stiess auf eine Mauer des Schweigens von Seiten der Behörden.

Nach ungefähr zwei Jahren, am vergangenen 16. Juni, haben sich die Gewerkschaften entschlossen, in den Streik zu treten. Die Modalitäten, unter denen diese Mobilisierung vorbereitet worden war, würde im linken Lager und in der Gewerkschaftsbewegung eine (auch autokritische) Vertiefung verdienen, denn sie haben ein ernsthaftes Problem aufgezeigt, was die Projektarbeit und die Frage der Kräfteverhältnisse anbelangt. Nicht zufällig hatten wir eine Reaktion seitens der Patrons, welche nach einer besorgten Machtdemonstration aussah, mit einigem an privaten Sicherheitsagenten, Einschüchterungsmassnahmen, sowie selbst Aussperrungen und Entlassungen von Streikenden, die sich hervortaten.

Dass die Demokratie an den Eingangstoren zu den Steinbrüchen Halt macht, ist nunmehr bekannt; dass das Streikrecht, obwohl es in der Bundesverfassung verankert ist, oft im Ergebnis ein Wort im Wind bleibt, auch, so wie der Tessiner Staatsrat bisher weggeschaut hat. Die politischen Gleichgewichte sind allen klar: an die Fabeln zu glauben, nützt der Arbeiterbewegung nichts, wir stehen in der Tat vor einem erneuerten Klassenkampf, der von oben gegen unten geführt wird, und um die Wahrheit zu sagen, ohne grosse Reaktionsfähigkeit der Linken. Es muss reagiert werden, und dabei genügen “antikapitalistische” Slogans nicht: es geht um die Glaubwürdigkeit der Tessiner Gewerkschaftsbewegung!

Die Kommunistische Partei verurteilt klar und insbesondere den Entscheid der Firma Maurino Graniti SA zur Auflösung des Arbeitsverhältnisses mit drei Arbeitern, die von ihrem Streikrecht Gebrauch gemacht haben und Löhne und einen GAV in Würde verlangt haben. Wenn in Bellinzona eine zumindest ehrliche Regierung sässe, dann würde sie an diesem Punkt alle öffentlichen Aufträge an diesen Betrieb kündigen, und gleichfalls jede zukünftige Vergabung ausschliessen, wenigsten bis zur Wiedereinstellung der ungerechterweise Entlassenen. Die Kommunisten drücken ihre Solidarität mit den drei betroffenen Familien aus und laden zur breitest möglichen gewerkschaftlichen und politischen Einheit ein, um die Legalität im Sektor der Steinbrüche wieder herzustellen.

Kommunistische Partei der Italienischen Schweiz
  • Massimiliano Ay, Politischer Sekretär
  • Alessandro Lucchini, Abt. Wirtschaft und Arbeit

Quelle (Orig. Ital.): partitocomunista.ch (Mercoledì 09 Luglio 2014) | Übersetzung: kommunisten.ch (10.07.2014)


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