Venezuela anerkennt Südossetien und Abchasien und festigt Bündnis mit Russland

Venezuela anerkennt Südossetien und Abchasien

Venezuela wird Südossetien und Abchasien als unabhängige Staaten anerkennen. Dies kündigte der venezolanische Präsident Hugo Chavez gleich zum Auftakt des Treffens mit seinem russischen Amtskollegen Dmitri Medwedew in Moskau an, wie die russische Nachrichtenagentur Novosti meldet.

Als Nicaragua vor einem Jahr als zweiter Staat nach Russland die Unabhängigkeit de beiden Republiken anerkannte, wurde dieser Schritt von Chávez begrüsst, so dass Chavez’ heutige Ankündigung nicht überraschend kommt. Die Regierungen in Zchinwali und Suchumi zeigten sich darüber begeistert. Südossetiens Aussenminister Murat Dschiojew äusserte: «Ich gratuliere allen Bewohnern Südossetiens zu diesem Ereignis. Wir sprechen Venezuelas Volk und Präsident unseren aufrichtigen Dank aus». Abchasiens Aussenminister Sergej Schamba sagte: «Wir haben immer hoffnungsvoll auf Venezuela und einige weitere Länder Lateinamerikas geblickt. Zurzeit weilt eine abchasische Delegation in Caracas. Sie hat bereits Kuba und Nicaragua besucht und wurde überall freundlich empfangen.»

Medwedew sagte, das Schicksal der südkaukasischen Republiken sei Russland „nicht egal“ und dankte Venezuela für diese Entscheidung. Wie Konstantin Satulin, Vizechef des Duma-Ausschusses für GUS-Angelegenheiten, betonte, entscheiden sich vor allem solche Staaten für die Anerkennung, die sich nicht der US-Aussenpolitik anpassen wollen. Moskau setze dabei niemanden unter Druck – im Gegensatz zu Washingtons Haltung in Sachen Kosovo-Anerkennung.

Am Montag soll hatte auch der belarussische Präsident eine Anerkennung in Aussicht gestellt haben. Weissrussland könne zur Südossetien- und Abchasien-Frage nicht schweigen, sagte Alexander Lukaschenko. Und die Zeit, sich damit zu befassen, komme wahrscheinlich nach den bevorstehenden Parlamentswahlen.

Strategische Partnerschaft Russland-Venezuela

Medwedew bezeichnete Venezuela als Russlands Schlüsselverbündeten: „In diesem Zusammenhang unterstützen wir viele von Venezuela stammende Initiativen auf dem lateinamerikanischen Kontinent“. Er bekräftigte öffentlich: „Russland wird die Waffen liefern, die Venezuela bestellen will. Auch Panzer werden wir liefern, unsere Panzer sind gut“. Chavez hatte zuvor erklärt, Venezuela brauche mehr Waffen, um insbesondere auf die zunehmende US-Militärpräsenz im Nachbarland Kolumbien zu reagieren. Im Vorfeld von Chavez’ Besuch war unter anderem von 100 Panzern der Typen T-72- und T-90 die Rede.

Russland und Venezuela haben eine Reihe von Vereinbarungen geschlossen, die ihre Pläne für langfristige Wirtschaftskooperation bekräftigen, darunter Verträge über die gemeinsame Ausbeutung von Schwerstöl im Erdölgürtel Orinoko. Die Ölvorräte im Orinoko-Delta werden auf 235 Milliarden Barrel geschätzt.

Ablösung des US-Dollar in der Rolle als Reservewährung?

Bei seinem 8. Staatsbesuch in Moskau hat Chavez die USA als Druckmaschine für wertlose Dollars gebrandmarkt. «Wir erwarten, dass der Rubel zu einer neuen internationalen Reservewährung wird», so Chavez weiter. Dass auch der chinesische Yuan und der venezolanische Bolivar künftig ähnliche Rollen übernähmen, sei nicht auszuschliessen.

Vor Tagen hatte der russische Wirtschaftsexperte Jewgeni Jassin die Aussichten des Rubels und des chinesischen Yuans analysiert, internationale Reservewährungen zu werden. Es sei verfrüht, über die Umwandlung des Rubels in eine Reservewährung zu spekulieren, sagte der wissenschaftliche Leiter der russischen Höchsten Wirtschaftsschule. Der Rubel könne nur dann eine Reservewährung werden, wenn die russischen Finanzinstitute das Vertrauen anderer Länder genössen und Russland vom Rohstoffmarkt weniger abhänge. Auch der chinesische Yuan stehe vor einer wichtigen Hürde, um eine Reservewährung zu werden: Er sei nicht frei konvertierbar. Wenn China aber den Kurs seiner Währung nicht mehr kontrollieren und frei wachsen lassen würde, verliere das Land drastisch an Exportmöglichkeiten.

Im Juni hatten Vertreter aus Wirtschaft und Politik anlässlich eines Petersburger Wirtschaftsforums war zu diesem Thema die Meinung geäussert, dass der russische Rubel bereits 2010 den Status einer Reservewährung erhalten kann. Im Falle des chinesischen Yuan würde dies längere Zeit in Anspruch nehmen; der russische Finanzminister Alexej Kudrin rechnet mit etwa zehn Jahren. In dieser Zeit könne China seine Wirtschaft liberalisieren und die Konvertierbarkeit des Yuans sichern, sagte er im Juni in Petersburg.

(10.09.2009 | aktualisiert:12.09.09)

Quelle: (RIA Novosti, 10. September 2009)

 

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