Nordamerikanische Umfrage in den Ländern des Ostens:

20 Jahre Pauperismus


Aus dem «Avante!», Zentralorgan der Portugiesischen Kommunistischen Partei PCP, (12.11.2009):


Die Völker der ehemaligen sozialistischen europäischen Länder und der ex-sowjetischen Republiken haben ihre Illusionen über das bürgerliche wirtschaftliche und politische System verloren, wie eine nordamerikanische Studie enthüllt.

Die am 2. des Monats verbreitete Meinungsumfrage1 bestätigt im Vergleich mit einer 1991 realisierten ähnlichen Studie, dass die Völker allgemein ihren Enthusiasmus für die Ideen des Kapitalismus und der Demokratie zum Teil verloren haben. Der abrupteste Umschlag wurde in der Ukraine registriert, wo bloss 30 Prozent der Befragten das Vielparteiensystem befürworten, gegen 72 Prozent vor 20 Jahren.

In Russland, zum Beispiel, finden die stattgehabten Veränderungen die Unterstützung der jüngeren Schichten; aber diese Meinung wird von der Altersschicht über 50 Jahren mehrheitlich nicht geteilt, und erst recht nicht von denen im Alter von 65 und darüber, wo nur 27 Prozent damit einverstanden sind.

Im Sozialismus lebte es sich besser

Die Mehrheit der Bevölkerungen der ex-sozialistischen Länder ist der Affassung, dass sie heute ärmer ist als vor 20 Jahren, und stellt fest, dass die Veränderungen vor allem den Politikern und den Grossunternehmern zugute gekommen sind. Diese Meinung wird in über 80 Prozent der Antworten in sechs Ländern (Polen, Russland, Slowakei, Ungarn, Bulgarien und Ukraine) und in 63 Prozent der Antworten aus der Tschechischen Republik geäussert.

Zum materiellen Wohlstand wurden sich die höchsten Prozentanteile von «Zufriedenen» in Polen (47%) und in der Tschechischen Republik (56%) gemessen. In den übrigen Ländern überwiegt die Meinung, das man heute schlechter lebt als im Sozialismus. Das ist der Fall in Ungarn (72% gegen 8% «Zufriedene»), Ukraine (62% gegen 12%), Bulgarien (62% gegen 13%), Litauen (48% gegen 23%), Slowakei (48% gegen 29%) und Russland (45% gegen 35%).

Kreditverlust der «Demokratie»

Im Bereich der politischen Demokratie drückt die Mehrheit der Befragten ihre Frustration darüber aus, dass sie in der Praxis von den demokratischen Grundsätzen keinen Nutzen haben. Konkret zeigen fünf von acht Ländern eine grosse Unzufriedenheit mit dem Funktionieren der «Demokratie». Dieses Gefühl ist besonders stark in Ungarn (77%), Bulgarien (76%), der Ukraine (70%), Russland (61%) und Litauen (60%).

Die Diskreditierung des Systems schlägt sich in der Tatsache nieder, dass in allen untersuchten Ländern die erdrückende Mehrheit der Bevölkerung den gewählten Politikern keinen Glauben schenkt. Die höchsten gemessenen Prozentsätze derer, die denken, dass «die gewählten Politiker den Volkswillen berücksichtigen», wurden in Polen (37%) und Russland (26%) gemessen. Diese Meinung wurde nur von 23 der Ukrainer, 22 Prozent der Slowaken und Ungarn, 18 Prozent der Tschechen, 15 Prozent der Litauer und 14 Prozent der Bulgaren geäussert.

Einhellig sind auch die Feststellungen über die grössten Probleme, an denen die Gesellschaft krankt. In praktisch allen Ländern Osteuropas stellt die Korruption eine der grössten Plagen dar, gefolgt mit hohen Prozentanteilen von der Kriminalität und den Drogen.

Quelle/Original: Vinte anos de empobrecimento (Jornal «Avante!», Nº 1876, 12 de novembro 2009) | Übersetzung: kommunisten.ch

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1 siehe: pewglobal.org

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Die Graphik zeigt die Anteile der Befragten in verschiedenen früher sozialistischen Löndern, denen es heute nach eigener Einschätzung schlechter, gleich gut, oder besser als “unter dem Kommunismus” geht. (Quelle: Pew Report 267-09, S. 5)


Siehe auch:


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